Das Fest - ein Konzert mit viel Theater


(Auszüge aus der Kritik von ANGIE ACKERMANN, 15.01.2007, Solothurner Tagblatt )

... Die Produktion beeindruckt durch poetische Schlichtheit und Einfallsreichtum. Mit einfachsten Mitteln wird die Bühne von einer Minute auf die andere von der Bahnhof-Unterführung zum festlich dekorierten Hochzeitssaal. Die Darsteller harmonieren perfekt. Schnelle Wechsel zwischen Tangos, Walzer, Tsiganes und Polkas und rasche Kostüm- und Rollenwechsel scheinen ein leichtes Spiel zu sein.  


Szenen aus einem Bandleben: In "das Fest" des NiNA-Theaters mischen sich Musik und Schauspielerei. Es entwickelt sich auf der Bühne eine kurzweilige Abfolge von musikalisch-musikantischen, geschauspielerten und erzählten Episoden. Musikalischer Leader ist ganz klar Sava (Roli Kneubühler), der mit virtuosem Spiel auf seiner Violine Takt, Rhythmus und Melodie vorgibt. Berührend seine traurig-sehnsüchtigen osteuropäischen Klänge, berückend die Tangos und Tsiganes, mitreissend die rassigen Polkas. Die Spielfreude dieses Eckpfeilers von "Musique Simili" steckt seine Mitmusiker an und reisst sie mit. Ruedi (Ueli Blum), im Stück ein bieder-solider Charakter, blüht auf seinem Akkordeon freudig auf. Kontrabassistin Marlene (Franziska Senn) und Perkussionist Joe (Reto Baumgartner) halten mit und überzeugen durch ihre starke schauspielerische Präsenz. Dies ist nämlich eine der Stärken des NiNA-Theaters: die Präsenz von Senn und Baumgartner, welche beide ad hoc lebendige Szenen aus dem Leben greifen und überzeugend spielen. (Solothurner Zeitung, von JÜRG KÜBLI, 13.01.2007)

Da kommt die ganze Bandbreite der Emotionen auf die Bühne: Das NINA Theater Bätterkinden hatte am Sonntag im fast ausverkauften Kleintheater Luzerner Premiere mit seinem Stück «Das Fest». «Das Fest» ist in erster Linie ein Fest der Sinne, da unglaublich witzig, dort tief traurig, immer berührend. Nicht nur im Spiel, sondern auch in der Musik, die von den vier Schauspielern selber interpretiert wird: da scheint die ganze Palette auf, von melancholisch bis fetzig. Für die Komposition war der Saxophonist Albin Brun verantwortlich. Genial etwa sein Apéro-Rap, mit dem der Smalltalk auf die Schippe genommen wird, oder auch das Medley der bekanntesten Schmalzmedodien, eine leichtfüssig-böse Parodie auf spiessige Hochzeitsfeiern. Den fast schon frenetischen Applaus hat sich NINA Theater verdient: So muss Kindertheater sein.  (BEAT VOGT, Neue Luzerner Zeitung, unpubliziert)